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Frozen Throne
Montag, den 24. Mai 2010 um 01:09 Uhr

Die Geschichte zu Frozen Throne setzt dort an, wo die Story von Warcraft 3 endete. Die Nachtelfen unter der Führung des Erzdruiden Stormrage und der Priesterin Whisperwind haben sich in den Schatten des Waldes von Ashenvale zurückgezogen, um das uralte Land von der Zerstörungswut der Legion zu heilen. Ebenso siedeln die Orc und die überlebten Menschen, um jeweils eine eigene Nation aufzubauen und sich von den Strapazen des Krieges zu erholen. Doch der ehemalige Held Illidan Stormrage, der zuvor von den Nachtelfen versto?en wurde, mutiert zu einem Dämon und erweckt ein amphibienartiges Wesen namens Naga. Die frisch erschaffene, neue Rasse der Amphibien soll gegen die Nachtelfen k?mpfen und die Rachegelüste von Illidan befriedigen. In dem wirklich beeindruckenden Intro darf man sich die Geschichte erzählen lassen. Die neue Nachtelfen-Heldin Maejy muss den Angriff der Amphibien verhindern...

Im eigentlichen Spiel darf man sich über 26 neue Einzelspielermissionen freuen, die aus drei verschiedenen Perspektiven gespielt werden. So wird man dabei die Nachtelfen, die menschliche Rasse oder die Untoten wählen, die nat?rlich alle bestimmte Fähigkeiten und Einheiten besitzen. Die Orcs selbst stellen keine wesentliche Rolle mehr dar, können aber in abwechslungsreichen Bonusquests gespielt werden, die wiederum aber nicht die eigentliche Story voranbringen. Die ersten Missionen bieten entsprechende Herausforderungen. So muss man Naga zum Sieg verhelfen, das Grab von Sargeras finden, mit dem Blutelf Kael der menschlichen Allianz behilflich sein oder den Untoten bei dem Kampf um die Eiskrone begleiten. Das Voranschreiten der Geschichte ist stets spannend auch mit Hilfe der unzähligen Videosequenzen in Spielgrafik hochwertig präsentiert. Besondere Augenweide sind auf jeden Fall sowohl Anfangs- als auch Endsequenz, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Interessant sind gewiss die Neuerungen gegen?ber dem ursprünglichen Spiel. Besonders das Missions-Design begeistert durch seine feinere Ausarbeitung und massivere Integration von Rollenspiel-Elementen. In einigen Missionen konzentriert sich das Geschehen weniger auf das Abbauen wichtiger Rohstoffe, sonder man k?mpft im bester Diablo-Manier durch die Szenarien. Sogar versteckte Schätze und vereinzelte Schalter aktivieren ? Rätsel erinnern an einen bestimmten anderen Blizzard-Titel. Doch Gelegenheitsspieler werden sich gewiss über den hohen Schwierigkeitsgrad ärgern, besonders bemerkt man dies, wenn man beispielsweise 2 Basen und gewaltige Armeen gleichzeitig managen muss. Hier sind Übung und Geduld gefragt.

Doch nicht nur die Missionen sind dezent abwechslungsreicher und umfangreicher geworden, sondern auch viele neue Helden gesellen sich in diesem AddOn dazu. Von den insgesamt 9 erhält jede Rasse jeweils einen neuen Helden, der selbstverständlich seine bestimmten Fähigkeiten nutzen kann. So erschafft der humanoide Blutmagier einen gewaltigen Feuervogel, der Orc ? Schattenj?ger ist in der Lage, die Feinde kurzzeitig in Fr?sche zu verwandeln oder der untote Gruftlord zaubert K?fer und Insekten herbei. Die restlichen f?nf Helden sind eher als Kopfgeldj?ger zu verstehen, die man in verschiedenen Tavernen anwerben kann. Auch hier haben Waldl?ufer, Naga-Hexe oder Pandarenen-Baumeister ihre individuellen Talente. Ebenso gesellen sich 8 neue Einheiten hinzu, die entsprechend verteilt, jeder Rasse zugute kommen. Die Orcs erhalten beispielsweise einen Troll-Fledermausreiter, der schnell und leicht gegnerische Geb?ude zerst?ren kann. Teils praktische Einheiten wie der Geistl?ufer lassen die Orcs noch m?chtiger werden. Die Menschen erhalten Zauberbrecher, die feindliche Energie gezielt st?ren k?nnen. Aber auch andere magische Einheiten, wie der Drachenfalkenreiter, werden im Kampf hilfreich sein.

Mit neuen Geb?uden und Ausbaustufen der Rassen wurde ebenfalls nicht gegeizt. Abgesehen von den Orcs und den Nachtelfen, die sich mit nur einem neuen Geb?ude begn?gen m?ssen, darf sich jedes weitere Volk ?ber je zwei weitere Geb?ude freuen, die aus einem Gesch?ft und einem Wachturm bestehen. In den L?den k?nnen alle Einheiten, die ein Inventar besitzen, verschiedene Gegenst?nde erwerben oder Ungewolltes verkaufen. Hier findet man z.B. Manatr?nke, um die Helden zu st?rken. Entdeckt man einen sogenannten Goblin-Hafen, so k?nnen von nun auch wieder Schiffe gebaut werden. Zwar stehen nur zwei verschiedene Schiffstypen zur Auswahl, doch sind diese ?beraus praktisch, z.B. beim Transport von Einheiten.

In Frozen Throne findet man gelegentlich auch kleine Neuerungen, die das Spielen an einigen Stellen einfacher gestalten. In Missionen, in denen man keine Basen aufbauen muss, wurden Manatr?nke und Runen soweit gut verteilt, dass man nicht l?ngere Zeit warten muss, bis sich die eigenen Einheiten wieder erholt haben. Die hilfreiche Minikarte bietet nun die M?glichkeit, stets einsehen zu k?nnen, wo sich Monster-Nester befinden, langatmiges Suchen entf?llt somit. An vielen Stellen bemerkt man die zahlreichen kleinen Details, die verbessert und verfeinert wurden. Sogar der Mehrspieler-Modus wurde erweitert und bietet nun einen aufwendigen Welt- und Kampagnen-Editor und neue Battle.net ? Features wie Clans oder automatisierte Filter. Ganze 62 neue Karten stehen f?r bis zu 12 Spieler bereit und sollten auch l?ngere Zeit f?r Spielspa? sorgen. Auch KI-Gegner k?nnen im Netzwerk eingeschaltet werden.


Grafik:

Grafisch hat sich gegen?ber Warcraft 3 nicht sonderlich viel getan. Farbenfrohe, abwechslungs- und detailreiche Landschaften erwarten den Spieler auch in diesem AddOn. Die gelegentlichen Zauberspr?che entfalten eine attraktive Lichter-Pracht, ansonsten darf man sich keine kompletten optischen Neuerungen erhoffen. Verw?hnte Spieler w?nschen sich zwar hochaufl?sendere Texturen oder mehr Polygone, doch insgesamt gef?llt Frozen Throne trotz der betagten Grafikengine noch immer. Besonders die liebevolle Gestaltung der Missionen fasziniert schnell, die unz?hligen Zwischensequenzen in Echtzeit sind einfach beeindruckend. Besitzer ?lterer PCs werden die fairen Hardwareanforderungen (ab 400MHZ, 128MB RAM, 8MB 3D-Grafikkarte) zu sch?tzen wissen, denn schon auf einem langsameren Rechner kann man auch das AddOn recht gut spielen, ohne dabei auf grafische Details verzichten zu m?ssen.


Musik und Sound:

Auch akustisch muss man sich nicht mit Durchschnittskost zufrieden geben. Die Hintergrundmusik ist abwechslungsreich und an jeder Stelle passend gew?hlt. Hochwertige St?cke wurden hier erkoren, um den Spieler nicht zu schnell zu langweilen. Dazu gesellen sich professionelle Sprecher und gelungene Soundeffekte. Die Spr?che der verschiedenen Einheiten sind ?u?erst ?berzeugend und an vielen Stellen bemerkt man die hochwertige deutsche Sprachausgabe. Die Soundeffekte mit den verwendeten Samples sind insgesamt imposant, besonders Besitzer einer guten Hifi-Anlage werden dank der erstklassigen Sounds direkt auf das Schlachtfeld man?vriert. Genauso wie schon bei Warcraft 3, leistet sich auch das AddOn keine akustischen Schw?chen.


Steuerung:

Grunds?tzlich ist die Steuerung gegen?ber dem Hauptspiel nicht ge?ndert worden. Die einfache und intuitive Bedienung mit der Maus und die Nutzung der Tastatur f?r die Shortcuts wurde nicht bedeutend erneuert, was den Kennern von Warcraft 3 nat?rlich nur entgegen kommt. Allerdings wird man in sp?teren Missionen des ?fteren dazu gezwungen sein, die Shortcuts ?fter zu verwenden, um den ?berblick zu behalten. Das Verwalten von 2 Basen und den entsprechenden Armeen k?nnte sonst recht un?bersichtlich und kompliziert werden, wenn man nicht per Tastendruck schnell zwischen den Basen wechseln kann. Doch dies ?ndert insgesamt nichts an der wirklich einsteigerfreundlichen und schnell zu verstehenden Bedienung.


Fazit:

Was will man als begeisterter Warcraft 3 ? Spieler mehr? Das AddOn The Frozen Throne ist ein wirklich ?berzeugendes und gelungenes Erweiterungspaket f?r das beliebte Echtzeitstrategiespiel. Die gro?artige Story, welche man in drei Kampagnen spielt, die abwechslungsreichen Missionen, die dezenten Neuerungen im Spielverlauf und die hochwertige Gesamtpr?sentation machen dieses AddOn zu einem Pflichtkauf f?r diejenigen, die mit Warcraft 3 schon eine Menge Spa? hatten. Besonders gefallen konnte das erweiterte Rollenspiel-Element, welches entfernt zuf?llig an Diablo erinnert. Aber auch die neuen Einheiten, Helden und Geb?ude motivieren dazu, sich nochmals in das Warcraft-Universum zu versetzen und zahlreiche Stunden mit den 26 Einzelspieler-Missionen zu verbringen. Nat?rlich werden Mehrspieler-Freunde mit den 62 neuen Multiplayer-Maps und dem verbesserten Welten-Editor lange Zeit ihre Freude haben. Wer Warcraft 3 bisher noch nicht kannte, sollte sich das Spiel zulegen. Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis man den Wunsch nach diesem AddOn versp?rt. Warcraft 3 ? Fanatiker k?nnen ohne zu z?gern zuschlagen ? wochenlanger Spielspa? ist garantiert.